Papageiennahrung - Futter für Leib und Seele

Am einfachsten für den Tierhalter ist es, für die Ernährung seines Lieblings auf die im Handel erhältlichen Fertigmischungen an Papageienfutter zurückzugreifen. Sie enthalten eine bunte Mischung aus Saaten, Ölsamen, Nüssen, Kernen, getrocknetem Gemüse und Trockenfrüchten und decken im Großen und Ganzen das natürliche Futterspektrum des Vogels ab. Zusätzlich ist Fertigfutter lt. Herstellerangaben zum Teil angereichert mit verschiedenen Vitaminen und Mineralien. Außerdem ist noch ein vielfältiges Angebot an Knabbereien und Leckerchen für den gefiederten Freund auf dem Markt: Kekse und Knabberstangen in unterschiedlichen Zusammensetzungen scheinen keinen Wunsch offen zu lassen. Es kann mit der Ernährung also eigentlich gar nichts schiefgehen. Trotzdem gibt es nicht wenige Papageienfreunde, die Ihre Lieblinge lieber mit selbstzusammengestelltem Futter versorgen, um ganz sicher zu sein, daß es ihrem lustigen Schreihals an nichts fehlt. Die Futtergaben dienen, entsprechend zusammengestellt, dann nicht nur der reinen Nährstoffversorgung, sondern sind, wenn bei der "Aufbereitung" vom Tier Eigenleistung gefordert wird, auch ein Labsal für seine Seele; ein Anspruch, dem Fertigfutter nicht in diesem Maße gerecht wird. Auch bei Eigenmischungen wird sich zwar das Futter in der Hauptsache aus verschiedenen Saaten und Sämereien zusammensetzen, wie sie ebenso im Fertigfutter enthalten sind. Allerdings kann man das Mischungsverhältnis selbst bestimmen, besser darauf achten, das Wieviel der einzelnen Bestandteile individuell zu dosieren, vor allem bei den energiereichen Bestandteilen. Neben der Ausgewogenheit der einzelnen Nahrungsbausteine wird der individuelle Energiebedarf des Vogels berücksichtigt. Einige Arten haben einen erhöhten Energiebedarf, deshalb wird man ihnen mehr fettreiche Saaten und Nüsse ins Futter mischen. Bei anderen ist auf den erhöhten Proteinbedarf Rücksicht zu nehmen, sie bekommen mehr Beeren zugefüttert. Da Körnermischungen allein für eine ausgewogene Ernährung nicht ausreichen, muß unbedingt - und zwar auch bei Fertigfutter, das bedenkt mancher nicht! - noch Obst und Gemüse zugefüttert werden. Stellt man das Futter selbst zusammen, kann man besonders darauf eingehen, was der Vogel am liebsten mag. Man muß nur ein bißchen ausprobieren, schließlich sind auch hier die Geschmäcker sehr verschieden: der eine mag Paprika, der andere zieht Kiwi vor. Mit zusätzlichen Leckerbissen wie z.B. Mandeln und Nüssen in der Schale, mit Früchten, die erst "ausgepackt", geschält werden müssen oder mit frischem Grün in Form eines belaubten Zweiges, kann man eventuelle Lücken im Nährstoffhaushalt schließen und bietet dem intelligenten und verspielten Tier zusätzlich Beschäftigung und Anregung. Wenn dann noch dafür Sorge getragen wird, daß stets frisches Trinkwasser zur Verfügung steht und zur Mineralstoffversorgung Vogelgrit und Kalksteine angeboten werden, steht einem glücklichen Papageienleben fast nichts mehr im Wege.